Yoga ist ein durchaus weiter Begriff, der sich kaum mit wenigen Sätzen
beschreiben lässt. Haben sich doch im Laufe weniger Generationen verschiedenste Stile und Ausprägungen im Yoga entwickelt und über alle Kontinente verteilt. Ashtanga Yoga ist einer davon und ist geprägt durch fließende Bewegungen im Rhythmus des eigenen Atems.
Die Dynamik in der die Körperhaltungen ausgeführt werden steigert nicht nur Flexibilität, Kraft, Ausdauer und Vitalität sondern wirkt auch reinigend auf die inneren Organe, Muskeln, Gewebe und das gesamte Körpersystem. Auf das Resultat dieser schweißtreibenden und herausfordernden Übung dürfen wir uns freuen; man fühlt sich leicht, die Gelenke sind wie neu geschmiert und belebende Energie durchfließt den Körper.
Die Körperhaltungen werden in einer genau definierten Reihenfolge ausgeführt. Mit einbezogen wird die Ujjayi Atmung, eine tiefe Ein- und Ausatmung an der wir unser Tempo ausrichten. Drishti ein nach innen gerichteter Blick,unterstützt die Konzentration und den Focus auf die jeweilige Übung. Die Abfolge und die Art der Körperhaltungen, genannt Asanas, sind ausgeglichen und ergänzen sich in optimaler Weise. Vinyasa , das Konzept eines ununterbrochenen Bewegungsflusses, bei der Atmung und Bewegung synchronisiert werden unterscheidet sich von jedem anderen Yoga Stil. Vinyasa und Ujjayi Atmung generieren und erhalten während den Übungen eine innere Hitze, und bilden so den Reinigungsprozess und therapeutischen Ansatz der Bewegungsform. Des Weiteren spielen die Bandhas eine wichtige Rolle bei den Übungen. Hier werden bestimmte Muskelgruppen besonders im Abdomen aktiviert.
Durch Nancy Gilgoff, David Swenson, Norman Allen, Beryl Bender um nur einige hier zu nennen, wurde Ashtanga Yoga in den USA verbreitet. Ein neuer Begriff entstand und Power Yoga wurde geboren. Leider finden wir heute unter diesem Begriff nicht nur die ursprüngliche Form des Ashtanga Vinyasa Yogas sondern auch vielerlei Körperhaltungen die als Übungs-equenz dynamisch verbunden werden. Durchaus sind dies auch klassische Yoga Asanas. Wichtig ist hier aber, dass die Auswahl der Körperhaltungen im Ashtanga Yoga nach einem logischen Konzept ihrer Reihenfolge nach aufgebaut wurde und ihren Ursprung in der Yoga Korunta hat, ein über-liefertes Manuskript welches schätzungsweise bis zu 5000 Jahre alt.
Sri K. Pattabhi Jois geboren am 26. Juli 1915 († 18. Mai 2009), aus einer Brahmanenfamilie stammend, studierte traditionsge-mäß Sanksrit und indische Philosophie.
Schon in jungen Jahren, war eine Begegnung mit Sri T. Krishnamacharya wegweisend für seinen späteren Lebensweg. Im Jahre 1927 wurde er Schüler von Sri T. Krishnamacharya. Durch ihn hat er die Serien aus der Yoga Korunta erlernt und in dessen Auftrag lehrte er diese Form 63 Jahre in Indien.
Am 18. Mai 2009 verstarb Sri. K. Pattabhi Jois in Mysore, Indien.
Zur vollständigen Biographie und zum Asthanga Yoga Institute
Auf der Grundlage der Yoga Korunta ein historisches Manuskript entstand Ashtanga Vinyasa Yoga. Krishnamacharya entdeckte dieses historische Dokument auf einer Reise nach Kalkutta in der nationalen Bibliothek. Geschrieben in Sanskrit von Vamana Rishi beschreibt es Übungen und Abfolgen eines Hatha Yoga Systems in Versform. Die Yoga Korunta besteht aus 6 Serien jeweils mit ca. 40 Asanas.
Sie können in 3 Gruppen aufgeteilt werden.
Der ersten Serie, Yoga Chikitsa (Yogatherapie), mit Fokus auf die Körperausrichtung, besonders der Gelenke und Aufbau der Muskulatur.
Die zweite Serie, Nadi Shodana (Reiningung der subtileren Kanäle) konzentriert sich auf die Harmonisierung von Körper und Geist durch die Stärkung des Nervensystems.
Die fortgeschrittene Serie, Sthira Bhaga A,B,C und D entwickeln und intensivieren vitale Energie (prãna).